Kennst du das auch? – Eigentlich willst du dich gesund ernähren. Aber es ist dann irgendwie gar nicht so einfach auf Anhieb zu erkennen, ob ein Produkt aus dem Supermarkt nun tatsächlich gesundheitsfördernd ist oder sich hinter einer schlauen Marketingstrategie und werbewirksame Slogans etwas ziemlich ungesundes versteckt.

Daher ist es wichtig die jeweiligen Etiketten mit den Inhaltsstoffen richtig lesen und vor allem beurteilen zu können. Denn nur so ist eine selbstbestimmte Entscheidung überhaupt möglich.

Mit folgenden einfachen Tipps findest du dich im Dschungel der Foodlabels ganz einfach und clever zurecht.

 

Foodlabels: Die Zutatenliste & die Nährwerttabelle

Es ist gesetzlich festgelegt, dass alle Stoffe, die sich im Produkt befinden, auch auf der Packung deklariert sein müssen. Diese Auflistung nennt man die Zutatenliste. Neben dieser befindet sich auch noch eine Nährwerttabelle auf dem Etikett. Diese gibt Auskunft über die Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiss, Fett, Vitamine und Co), welche das Produkt enthält.

Allein schon mit dem Verständnis dieser Unterscheidung hast du schon viel gewonnen.

 

Zutatenliste

Hierbei handelt es sich um eine Auflistung aller Zutaten, die in einem Produkt vorkommen, diesem also beigemischt werden. Die Zutaten werden immer so aufgelistet, dass dasjenige, was am meisten enthalten ist, an erster Stelle steht. Anschliessend wird mit absteigendem Mengenverhältnis aufgezählt. Je weiter vorne also beispielsweise Zucker aufgelistet wird, desto mehr ist davon enthalten. Du hast also anhand der Abfolge der Auflistung eine erste Idee was überhaupt enthalten ist und wieviel davon.

 

Nährwerttabelle

Die Nährwerttabelle eines Produktes listet auf, welche Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fett. Eiweiss, Vitamine, etc.) ein Produkt in seiner Gesamtheit enthält. Hier finden wir nahezu bei jedem Lebensmittel auch eine gewisse Menge an Zucker, welche NATÜRLICHERWEISE im Produkt enthalten ist.

Würden Karotten beispielsweise eine Nährwerttabelle haben, so würde dort auch Zucker aufgelistet werden. Dieser Zucker ist (ausser bei von Natur aus sehr zuckerhaltigen Lebensmitteln) wichtig und richtig für uns. Schädlich sind nur die Unmengen an beigefügtem Zucker (der in der Zutatenliste erwähnt wird).

Du findest also beispielsweise im Zutatenverzeichnis der Milch im Idealfall nur “Milch” aufgelistet, in der Nährwerttabelle wird dann gekennzeichnet wieviel Milchzucker (Laktose) enthalten ist.

In diesem Artikel fokussieren wir uns aber auf die Zutatenliste, denn anhand dieser können wir beurteilen, was sich in einem Produkt alles befindet.

 

Im Dschungel der Foodlabels

Mit folgenden einfachen Tipps findest du dich noch besser im Foodlabels Dschungel zurecht bzw. lernst die grössten Fallen zu vermeiden.

 

1. Echte LEBENS-mittel benötigen kein Zutatenverzeichnis

Alle frischen und natürlichen Produkte tragen keinerlei Zutatenverzeichnis und du kannst sie daher ganz unkompliziert in den Einkaufswagen legen. Getreide und Hülsenfrüchte sind zwar meist abgepackt, aber auch hier sollte sich auf der Zutatenliste nur das Grundprodukt (also bei einer Packung roter Linsen sollte nur „Linsen“ darauf stehen) gelistet sein. Sobald sich noch mehr Inhaltsstoffe (z. B. Stabilisatoren) darauf befinden, lieber die Finger davon lassen!

 

2. Wenn eine Zutatenliste vorhanden ist, lese deren Angaben genau

Wenn eine Packung mehr als 5 Komponenten enthält, ist es meist ein hochverarbeitetes Produkt mit vielen Inhaltsstoffen. Je mehr Inhaltsstoffe, desto komplexer und aufwendiger verarbeitet und meistens auch um so mehr Geschmacksverstärker und künstliche Aromen. Lieber nicht mitnehmen.
Verstehst du alle Wörter, die im Zutatenverzeichnis gelistet sind? Kannst du sie aussprechen? Wenn du mit Begriffen wie „Polyvinylpolypyrrolidon“ nichts anfangen kannst – wie soll es dann erst dein Körper?
Alle Produkte mit offensichtlichen E-Nummern meiden. Dabei handelt es sich meist um künstliche und chemisch aufbereitete Zusatzstoffe, die sich hinter einer griffigen Nummer verstecken.

 

3. Nicht immer steht „Zucker“ drauf wo Zucker drin ist

Zucker ist ein sehr wandlungsfähiges Produkt, welches aus vielen unterschiedlichen Gründen den Lebensmitteln beigefügt wird. Neben dem süssen Geschmack ist er auch als billiger Feuchtigkeitsregulator, Stabilisator und Füllmaterial in der konventionellen Lebensmittelindustrie beliebt.

Leider kann Zucker unglaublich viele Namen haben und nicht alle sind sofort leicht erkennbar. Es handelt sich dabei um verschiedene Zuckerarten, die sich in ihrer Molekularstruktur unterscheiden und daher auch unterschiedliche Namen haben. Aber Zucker bleibt Zucker!
Folgende Namen können dir auf Etiketten begegnen:

  • Dextrose
  • Fruktose
  • Galaktose
  • Glukose
  • Glukosesirup
  • High-Fructose-Corn-Sirup
  • Hexosen
  • Karamell
  • Kandisfarin
  • Saccharose
  • Maltose
  • Maltodextrin
  • Mannit
  • Melasse
  • Raffinade
  • Sirup
  • Sorbit

Unterm Strich handelt es sich dabei immer um Zucker, daher überprüfe genau was und wieviel enthalten ist.

Häufig findet man auf Produkten den Slogan „nur mit Honig gesüsst“ oder „mit reiner Fruchtsüsse“. Diese Sprüche suggerieren, dass es sich um ein natürliches Produkt handelt, meist ist hier aber ein hochkonzentrierter Sirup verwendet worden.

 

4. Kaufe hauptsächlich Lebensmittel, die keine lange Halbwertszeit haben!

Alle richtigen LEBENS-mittel haben nur eine begrenzte Haltbarkeit. Jedes unbearbeitete Obst oder Gemüse wird zwangsläufig irgendwann durch Bakterien und Co. umgebaut, zersetzt und somit nicht mehr genießbar. Wenn Bakterien dieses Produkt verdauen können, kann es der menschliche Organismus – ganz vereinfacht und bildlich gesprochen – auch!
Alle Produkte, die dafür gemacht sind möglichst lange haltbar zu sein, enthalten viele Konservierungsstoffe, Zucker, Salz oder Fett.

 

in good health, janna